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Mein Kind, dein Kind

Was die Geschwisterkonstellation für uns bedeutet

Kinder im Auto
Die Position als Erstgeborenes, Mittelkind oder Nesthäkchen prägt unseren Charakter und unser Beziehungsverhalten. © iStockphoto

Das verraten Geschwister über uns

Egal, ob Sie als Einzelkind oder mit mehreren Geschwistern aufgewachsen sind: Ihre Geschwisterkonstellation verrät viel über Sie und Ihren Charakter. Tatsächlich haben Forscher nachgewiesen, dass die Reihenfolge in der Familie erheblichen Einfluss auf die Persönlichkeit hat. Die Position in der Familie beeinflusst unser Denken, Fühlen und Handeln ein Leben lang. Aber welche Charaktereigenschaften sind für Erstgeborene, Sandwich-Kind oder Nesthäkchen typisch?

Die schönste Hassliebe der Welt

Seelengefährte und erbitterter Feind, die Schulter zum Anlehnen und größter Konkurrent. Pech und Schwefel und eine (Hass)-Liebe für immer: Geschwister sind vieles, aber eines sind sie uns nie: egal. Und kaum eine andere Beziehung prägt uns so sehr für unser weiteres Leben. Dabei spielt vor allem die Geschwisterposition, in der ein Kind geboren ist, eine riesige Rolle. Für viele Forscher sogar eine wichtigere als der Einfluss der Eltern. Auch Psychologe Dr. Jürg Frick ist sich sicher, dass die Geschwisterkonstellation, in der wir aufwachsen, eine entscheidende Bedeutung für unsere Persönlichkeit und unser Beziehungsverhalten ausmacht. Wie genau Geschwisterkonstellationen unser Leben beeinflussen, erklärt er in seinem Buch „Ich mag dich - du nervst mich! Geschwister und ihre Bedeutung für das Leben". 

Diese 5 Kindheits-Situationen kennen nur große und kleine Schwestern!

Übrigens: Wenn Sie auch einen Bruder haben, dann können Sie sich mit Sicherheit an diese fünf typischen Situationen aus Ihrer gemeinsamen Kindheit erinnern!

DAS kennt man nur, wenn man einen Bruder hat
DAS kennt man nur, wenn man einen Bruder hat Das harte Los jeder Schwester 01:22

Das jüngste Kind

Geschwister Baby und ältere Schwester
Das Nesthäkchen bekommt besonders viel Aufmerksamkeit, bleibt aber gleichzeitig auch immer das vermeintlich schwächste Mitglied der Familie. © iStockphoto

Das Nesthäkchen bekommt besonders viel Aufmerksamkeit, zeitlebens ist es das vermeintlich schwächste Mitglied der Familie. Alle sind größer, stärker und können mehr. Die Folge: Häufig haben jüngere Geschwister auch im Erwachsenenalter noch Angst, nicht ernst genommen und zu wenig beachtet zu werden. Ihre großen Geschwister sind für Nesthäkchen das absolute Maß aller Dinge. Vorbild und Konkurrenz in einem. Manche reagieren, indem sie sich ein Leben lang in der Rolle des „süßen Kleinen“ einrichten, um eine eigene Rolle zu besetzen. Andere werden ehrgeizig und wollen allen permanent beweisen, was in ihnen steckt.

Jüngste Geschwister gelten als freundlich und diplomatisch, die kleinen Charmebolzen verstehen es auch wunderbar, andere für ihre Zwecke einzuspannen. Verantwortung übernehmen? Lästige Pflichten erledigen? Eher Fehlanzeige. 

Das mittlere Kind

Drei Geschwister
Für Sandwich-Kinder ist es oft besonders schwer, ihren Platz zu finden. © iStockphoto

Das mittlere Kind wird nicht aus Zufall „Sandwich-Kind“ genannt: Sie sitzen im wahrsten Sinne zwischen den Stühlen. Oben der überlegene Bruder oder die überlegene Schwester, unten das süße Nesthäkchen. Und mittendrin: das Sandwich-Kind. Die Mittelstellung in der Familie macht Sandwich-Kinder oft zu guten Diplomaten. Sie schließen Kompromisse und vermitteln zwischen ihren Geschwistern. Auch im Erwachsenenalter sind sie häufig besonders gut dazu in der Lage, ausgleichend zu wirken und sachlich zu bleiben. Oder aber sie werden zu verschlossenen Außenseitern, die sich häufig übersehen fühlen. Kein Wunder: Laut Studien bekommen die „Sandwichs“ am wenigsten Aufmerksamkeit. Sie sind nicht die ersehnte Nummer 1 und nicht das süße Nesthäkchen sondern eben irgendwas dazwischen. Am einfachsten haben es die Sandwich-Kinder, die der einzige Junge oder das einzige Mädchen in der Familie sind. Denn als einziger „Prinz“ oder „Prinzessin“ haben sie eine klar definierte Position. Im Erwachsenenalter werden aus Mittel-Kindern häufig starke Persönlichkeiten: Sie gelten als rebellisch, stellen Konventionen und Autoritäten in Frage, sind abenteuerlustig und unkonventionell.

Das älteste Kind

Fröhliche Familie mit Baby
Das erstgeborene Kind bekommt zunächst die ungeteilte Aufmerksamkeit der Eltern. © iStockphoto

Ältere Brüder und Schwestern haben es schwer. Wenn das Geschwisterchen geboren wird, macht das ältere Kind die schmerzliche Erfahrung, entthront zu werden. Eine traumatische Erfahrung, die älteste Kinder fürs Leben prägt. Zunächst geliebtes Einzelkind, das Erste, der „Prinz“ oder die „Prinzessin“, muss es seine Einzelstellung aufgeben, die Konkurrenz ertragen, Vorbild sein und womöglich auch noch Babysitter spielen. Eine Erfahrung, die prägt: Oft sind die Erstgeborenen sehr vernünftig, übernehmen gerne Verantwortung und sind perfektionistisch. Kein Wunder, dass sich vor allem unter Managern und Politikern viele typische Erstgeborene finden.

Geschwister profitieren IMMER voneinander

Aber egal ob Nesthäkchen, Sandwich oder Erstgeborenes: Geschwister profitieren IMMER voneinander, ganz gleich ob älter oder jünger. Darin sind sich Experten einig. Sie trainieren, Kompromisse zu verhandeln, Bündnisse zu schmieden und mehr oder weniger konstruktiv zu streiten - und das ist soziales Training für das ganze Leben. Und es ist eine Beziehung fürs Leben. Im besten Fall eine Liebesbeziehung. 

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