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Große Konkurrenz für Banken

Was können die Kleingeld-Automaten in Supermärkten wirklich?

Kleingeld sammelt sich schnell an, aber los wird man es immer schwieriger.
Kleingeld sammelt sich schnell an, aber los wird man es immer schwieriger. © DPA

Supermärkte setzen auf neue Münzautomaten

Zu viel Kleingeld im Sparschwein? Dann ab zum Münzautomaten! Das britische Unternehmen Coinstar hat ein Konzept entwickelt, wie Verbraucher ihre Münzberge bequem beim Einkaufen umtauschen können. Allein in Schleswig-Holstein stehen 29 solcher Automaten in den Eingangsbereichen von Supermärkten. Doch was kann der Automat wirklich und lohnt es sich, sein Geld dort zu wechseln?

Wie funktioniert der Automat?

Das Prinzip der blauen schrankgroßen Automaten ist einfach: Kunden bringen ihr Kleingeld zum Automaten und lassen es vollautomatisch zählen, dann wird das Geld in einen Bon eingetauscht und der kann an der Supermarktkasse gegen Bargeld eingelöst oder mit dem Einkauf verrechnet werden.

Erst seit zwei Jahren gibt es die Automaten in deutschen Supermärkten, 995 sind es momentan. Doch das Unternehmen Coinstar will expandieren und bis Ende des Jahres rund 1.300 der Automaten in den Märkten stehen haben.

Wann lohnt sich ein Wechsel und wann nicht?

Ein Wechsel lohnt sich grundsätzlich nur, wenn größere Münzmengen gewechselt werden sollen. Coinstar verlangt derzeit eine Tauschgebühr von knapp 10% des eingezahlten Geldwertes, das heißt bei einer Einzahlung von 50 Euro kostet alleine die Servicegebühr 5€, somit erhält man einen Bon in Höhe von nur 45 Euro. Hingegen ist beispielsweise bei der Sparkasse Holstein für Privatkunden die Einzahlung von Münzgeld auf das Girokonto am Schalter kostenlos. Allerdings sind diese Angebote inzwischen die Ausnahme. Aus diesem Grund wird das britische Unternehmen auf dem Kleingeld-Sektor zu einer ernsthaften Konkurrenz für die klassischen Kreditinstitute.

Banken unter Druck

Viele Bankfilialen verlangen für das Wechseln eine saftige Pauschale, der Coinstar-Automat hingegen verlangt eine Wechselgebühr. Außerdem können die Preise in den Bankfilialen stark variieren und es gibt es nicht in jeder Filiale einen Wechselautomaten. Viele Verbraucher sind zudem inzwischen bei Online-Banken, die gar keine Filialen betreiben. Für sie gibt es oftmals gar keine Möglichkeit mehr, Kleingeld loszuwerden. 2020 haben nach Angaben des Unternehmens Coinstar knapp über 1,6 Millionen Menschen ihre Münzen im Gesamtwert von 66 Millionen Euro in Deutschland beim Supermarkt gewechselt.

Welche Alternative gibt es?

Führt uns künftig das Kleingeld immer zu einem solchen Wechselautomaten? Ja und nein. „Das Angebot entspricht dem aktuellen Zeitgeist“, sagt Michael Herte, Referent für Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Aber es gibt auch einen anderen Weg, ohne die Tauschgebühr. „Wer sich dies sparen möchte, kann z.B. bei jedem Einkauf ein paar Münzen an der Supermarktkasse einzahlen“, ist der Tipp des Finanzexperten. An manchen Kassen sei es auch möglich, den fälligen Betrag zum Teil bar und zum Teil per Karte zu zahlen, da solle aber laut Herte zunächst nachgefragt werden. Klingt simpel, leert aber effektiv das schwere Portemonnaie. (vfr/mba)

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