Detlef und Panagiota spielen verrückt

Detlef und Panagiota spielen verrückt: Interview mit Panagiota Petridou

Panagiota Petridou
1498027.jpg © MG RTL D / Boris Breuer

Interview mit Panagiota Petridou

Kannst du in wenigen Sätzen zusammenfassen, worum es bei „Detlef vs. Panagiota“ geht? 

Deffi und ich werden zu verschiedenen verrückten Wettbewerben eingeladen. Meistens sind es skurrile Herausforderungen, die man sich sonst nicht vorstellen kann in der eigenen Freizeit. 

Kannst du ein paar Beispiele für die Wettkämpfe nennen?  

Zum Beispiel haben wir bei einer Kürbisregatta teilgenommen. Wir mussten uns ein Boot aus einem Mutanten-Kürbis schnitzen und sind damit einen Wettbewerb gefahren. Das mache ich normalerweise nicht – nur am Wochenende… (lacht) Oder wir haben uns bei einem Mülltonnenrennen auf eine schwarze Tonne geschmissen und sind einen Berg herunter gerollt. Beim „Kaninhop“ sind wir einen Parcours mit Kaninchen gelaufen, bei dem sie über Hindernisse springen müssen. Das mussten wir innerhalb kürzester Zeit lernen und danach haben wir direkt an dem richtigen Wettbewerb teilgenommen. 

"Mein Ego passt gar nicht auf diesen Planeten"

Wie überraschend waren die Wettkämpfe für euch? 

Wir waren jedes Mal total überrascht über die Aufgaben, weil wir teilweise nicht mal wussten in welche Stadt es geht. Wir hatten immer nur die Information, dass wir um sechs Uhr abgeholt werden oder um acht Uhr fertig sein müssen. Wir sind immer ins kalte Wasser gesprungen. Es gibt wahnsinnige Wettbewerbe, von denen ich das erste Mal in meinem Leben gehört habe. Ich wusste vorher überhaupt nicht, dass es das alles gibt. Wir haben skurrile Leute kennengelernt, die Feuer und Flamme für ihre Wettkämpfe sind. Es war total interessant so tief in ihre Materie einzutauchen. 

Auf welche Leute seid ihr getroffen bei euren Wettkämpfen? 

Bei den Wettkämpfen waren völlig verschiedene Menschen vor Ort. Das sind Leute wie du und ich. Menschen mit Leidenschaft, die sich das ganze Jahr auf den Wettkampftag vorbereiten. Alle auf dem Dorf und in der Stadt sind mobilisiert. Es kommen mega viele Zuschauer, bei denen man sich fragt, wo die alle herkommen. Wir waren bei Festen, bei denen teilweise drei- bis viertausend Menschen an einem Tag zugeschaut haben. Da hat man das Gefühl, da ist tatsächlich ein olympischer Gedanke dabei: Die Olympischen Spiele im Dörfchen! 

Wer hat das größere Ego von euch beiden? Und wer ist impulsiver? 

Mein Ego passt gar nicht auf diesen Planeten. Aber auch Deffi ist nicht ohne. Der ist eine echte Krawallschachtel, der permanent explodiert und implodiert. Wir tun uns da beide nicht viel. Ich würde allerdings nicht sagen, dass ich impulsiv bin. Ich bin nur sehr offensiv laut und presche gerne nach vorne. 

"Ich hatte Blut im Mund und meine Lunge gespürt"

Wie ist deine Beziehung zu Detlef? Hat sich euer Verhältnis im Laufe der Dreharbeiten verändert? 

Wir sind als Buddys gemeinsam angetreten. Zwischenzeitlich haben wir uns allerdings die Augen ausgekratzt. Wir waren unendlich ehrgeizig und haben nichts auf die leichte Schulter genommen. Da hatte ich die eine oder andere schlaflose Nacht. Es war ein heftiger Schlagabtausch – natürlich immer mit einem Augenzwinkern dazwischen. Im Finale hat sich keiner etwas geschenkt. Es ging Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wir haben total Gas gegeben und jeder von uns wollte den ersten Platz machen. 

Welcher Wettkampf ist dir besonders schwer gefallen? Gab es einen Punkt, an dem du aufgeben wolltest? 

Es gab eine Challenge, die ich abgesagt habe. Wir wurden vorher gefragt, ob es Aufgaben gibt, bei denen wir ein Veto einlegen möchten. Ich habe gesagt: ‚Ich gehe nicht auf’s Wasser! Ich mache nichts, wo man schwimmen muss, denn ich bin überhaupt keine Wasserratte. Ich finde Wasser richtig kacke.‘ Dann hatten wir drei Wettkämpfe, bei denen Wasser vorkam. Da kann man sich vorstellen, dass ich irgendwann die Segel gestrichen habe. 

Gab es einen Wettkampf, der dir so gut gefallen hat, dass du wieder daran teilnehmen würdest? 

Mein absoluter Favorit war die Firefighter-Challenge an der Mosel. Das war ein Feuerwehr-Wettbewerb bei dem wir unendlich heftige, sportliche Herausforderungen bewältigen mussten. Wir mussten in voller Montur in eine dritte Etage hochlaufen und beispielsweise einen 20 Kilogramm schweren Schlauch in die 3.Etage ziehen. Ich bin sportlich an meine Grenzen gekommen, aber ich würde das gerne nochmal machen. Ich hatte Blut im Mund und meine Lunge gespürt – ich war am Ende. Da dachte ich mir, dass es toll ist mal die Gelegenheit zu bekommen, mich sportlich derartig zu verausgaben. Das war grandios! 

Was sind deine Stärken im Vergleich zu Detlef? 

Vorab muss man sagen: Deffi ist zehn Jahre älter als ich und immer noch ein Kerl, der das Doppelte von mir wiegt. Das alles ist allerdings kein Hindernis, denn er ist unheimlich ehrgeizig und hat natürlich extrem viel Kraft. Dadurch, dass er auch eine starke Willenskraft hat, ist er eine richtige Pottsau. Zwischendurch denkt man sich: Das schafft er nie. Doch da hat er so gute Leistungen gebracht und ist über sich hinausgewachsen, dass es unheimlich bewundernswert ist, welches Potential der Kerl hat. 

In „biete Rostlaube, suche Traumauto“ stellst du immer wieder mit Tricks und Kniffen dein Verhandlungsgeschick unter Beweis. Hast du auch während der Wettkämpfe getrickst? 

Ich habe immer versucht zu Tricksen und geschaut, wo man sich einen Vorteil verschaffen kann. Selbstverständlich habe ich gehofft, dass sich das Ergebnis ändert. Ich habe Taktiken angewandt, wo es nur ging und auch mein verkäuferisches Talent walten lassen. Natürlich habe ich ihn auch öfter mal ins Bockshorn gejagt. Das wurde dann oft auch sehr lustig, weil der Deffi einfach alles macht, was man ihm sagt. Bei einer Situation bin ich Kajak gefahren und habe ihn gefragt, ob er das Wasser in meinem Glas probieren möchte, weil ich das auch angeblich musste. Deffi hat dann ernsthaft Bachwasser gesoffen. Ich habe mich natürlich totgelacht. 

"Deffi flucht lauter"

Welcher Moment der Dreharbeiten ist dir besonders in Erinnerung geblieben? 

Es gab viele Momente, die mir in Erinnerung geblieben sind. Deffi hat zwischendurch mal geweint. Er ist sowieso nah am Wasser gebaut. Ich glaube, das letzte Mal als ich geweint habe, war bei meiner Geburt. Der Deffi ist eben ein emotionales Weibsstück. Was soll man da machen? 

Wie geht man am besten mit einem Hitzkopf wie Detlef um? 

Ich pack den Deffi so an, wie er es braucht. Manchmal braucht er nochmal einen Tritt in den Hintern, sodass ich sagen muss: ‚Jetzt reiß dich doch mal zusammen!‘ Ich habe ihm auch manchmal Mut zugesprochen. Er hat sehr oft am Anfang von Challenges gesagt, dass er es nicht schafft und er kein Talent habe. Beim Wettbewerb ist er dann über sich hinausgeschossen und hat alles umgesetzt. Das war seine Art. Am Anfang hat er meist direkt die Flinte ins Korn geworfen und es war schön, dass man danach einen inneren Prozess verfolgen konnte. 

Wer von euch flucht lauter? 

Ich glaube, der Deffi flucht lauter und öfter. 

Wusstest du schnell, welche Aufgaben dir liegen und welche schwer werden könnten? 

Es gab Challenges, die mir eher lagen als Deffi und bei denen ich trotzdem verloren habe. Ich dachte vorab: Das kann ich doch total gut – habe dann aber schnell das Gegenteil gemerkt. Dann gab es wiederum Aufgaben, die ich als sehr schwer eingeschätzt habe und dachte, dass sie mir nicht liegen würden und am Ende war ich doch sehr gut. 

Hast in den Wettkämpfen eine neue Stärke an dir entdecken können? 

Ich habe bei den Wettkämpfen sehr viele Stärken erkannt. Vor allem habe ich gelernt gut zuzuhören. Das ist manchmal schwierig. Außerdem hat man gelernt sich auf etwas einzulassen, in die fremde Materie einzutauchen und diese zu verinnerlichen. Ich habe oft gemerkt, dass ich im normalen Leben ein Typ bin, der im ersten Moment keine Lust auf Neues hat. Bei den Wettbewerben hatte ich keine andere Wahl. Ich musste öfter mal jemandem die Chance geben, mich zu überzeugen. Das ist für eine alte Griechin wie mich manchmal etwas schwierig. Am Ende des Tages dachte ich oft: ‚Wow, was für eine tolle Erfahrung.‘ Diese Entwicklung war sehr positiv für mich. 

Bist du eine gute Verliererin?  

Ich kann sehr gut verlieren. Ich bin ja Handballerin. Man kämpft bis zur letzten Sekunde, aber wenn man verliert, dann findet man sich damit ab. Das kann der Deffi gar nicht. Der beißt einer ‚Mensch ärgere dich nicht‘-Spielfigur den Kopf ab.