Die Pferdeprofis

Die Pferdeprofis: Interview mit Katja Schnabel

Verstärkung für "Die Pferdeprofis"

Mit Katja Schnabel bekommen wir Verstärkung für "Die Pferdeprofis". Die Brandenburger Horsemanship-Trainerin wird ab sofort gemeinsam mit Bernd Hackl für die Coaching-Doku vor der Kamera stehen. Pferde sind Katja Schnabels große Leidenschaft. Als Kind bekommt sie ihr erstes Pferd und weiß schon früh, wie wichtig der richtige Umgang mit dem Vierbeiner für eine gesunde Pferd-Mensch-Kommunikation ist. Heute ist die 35-Jährige selbstständige Pferdewissenschaftlerin, Horsemanship-Trainerin, Osteopathin und Ausbilderin.

Freust du dich auf deine neue Aufgabe bei den "Pferdeprofis"?

„Ich freue mich schon sehr auf meine neue Aufgabe. Ich bin seit der ersten Staffel ein Fan der ‚Pferdeprofis‘. Ich habe mir früher immer gedacht: ‚Eines Tages könntest du auch ein "Pferdeprofi" sein. Du hast so viel Erfahrung, Pferdewissenschaft studiert und auch schon so vielen Pferden geholfen.‘„

Wie bist du aufs Pferd gekommen?

„Als ich noch klein war, stand das Pferd meines Stiefvaters bei uns hinter dem Haus. Irgendwann haben meine Eltern beschlossen, die Stute decken zu lassen und ein Jahr später stand das Fohlen auch bei uns. Die ersten drei Jahre blieb er bei uns und ich bin mit ihm aufgewachsen. Wir lagen zusammen auf der Wiese, haben dort geschlafen und sind über die Koppel gerannt. Das Thema Pferd hat mich trotz der intensiven Schulzeit, Abiturzeit und Studienzeit immer begleitet. Instinktiv habe ich immer gemerkt, dass ich das beruflich machen möchte und mir keinen anderen Job vorstellen könnte.“

Wie lange trainierst du schon mit Pferden und Pferdebesitzern?

„Ich trainiere länger mit Pferden als mit Pferdebesitzern. Nach meinem Studium bin ich zuerst ein Jahr nach Spanien gegangen und habe mit 24 Jahren dort angefangen, intensiv mit Pferden zu arbeiten. Nach diesem sehr intensiven Jahr des Pferdetrainings und der Pferdeausbildung habe ich aufgrund meines Berufs angefangen, mich auch mit den Pferdebesitzern zu beschäftigen. Das war am Anfang schwieriger als mit den Pferden. Ich glaube, ich mache das jetzt schon zehn Jahre.“

Was ist dir beim Umgang mit Pferden wichtig?

„Mein Hauptthema ist, dem Pferd gegenüber fair zu sein. Ich sehe es so oft, dass ein Pferd unfair behandelt wird. Es weiß nicht, was es tun soll und ist überfordert. Der Mensch denkt, dass das Pferd weiß, was es machen soll, aber das ist ganz oft nicht der Fall. Dadurch entstehen Kommunikationsprobleme. Einige Menschen reden ihre Pferde regelrecht mundtot und da kann kein Pferd etwas mit anfangen. Im Umgang fehlen oft klare Linien und die Pferde machen tatsächlich oft, was sie wollen. Der Mensch schimpft anstatt es dem Pferd verständlich zu machen.

Du bildest auch nach dem Horsemanship-Prinzip aus. Was ist das Besondere daran?

„Das Besondere an der Methode ist, einem Pferd zu erklären, was wir wollen. Wir wissen alle, dass das Pferd kein Deutsch versteht und mit dieser Methode haben wir die Möglichkeit, mit dem Pferd so zu kommunizieren, wie sie es untereinander tun. Sie kommunizieren mit Körpersprache, Signalen, ganz viel Energie und Emotionen.“

Worin unterscheidet sich deine Arbeit mit Pferden von Bernd Hackls Methoden?

„Es gibt einige Unterschiede zwischen unseren Methoden. Bernd trainiert seine Pferde als Gebrauchspferde oder Arbeitspferde, so wie er das gelernt hat. Das ist auch alles richtig gut, wenn die Pferde am Ende funktionieren. Ich bringe dabei noch ein bisschen Spaß und Freiheit in das Training. Diese Freiarbeit mache ich sehr gerne und integriere auch das Thema Zirkus. Ich gebe den Pferden Leckerlis, was Bernd niemals machen würde und das hilft mir. In meine Arbeit binde ich auch klassische Elemente ein, angefangen bei Doppellonge und Handarbeit. Da gibt es so viele Varianten und Möglichkeiten, um das Pferdetraining aufzulockern und das Pferd in alle Richtungen zu schulen. Dadurch soll das Pferd auch immer Freude haben, wenn es mit uns arbeitet. Ich habe auch keinen Westernsattel, keine Boots, keine Fransen Chaps und kein Lasso.“

Warum ist Bodenarbeit für dich besonders wichtig?

„Bodenarbeit ist einfach die Basis unserer Kommunikation mit dem Pferd. Dabei kann man schon ganz viele Signale und Kommandos üben, die das Pferd auf seine Aufgabe als Reitpferd vorbereitet. Sie werden oftmals durch zu schnelles Einreiten völlig überrumpelt und auch dadurch entstehen natürlich wieder Probleme. Die Bodenarbeit entspannt das Pferd und es lernt in Ruhe seine Aufgaben kennen. Mit einem Menschen zusammenzuarbeiten, kennt ein Wildpferd oder ein junges Pferd nicht. Die Bodenarbeit ist für mich wirklich der wichtigste Teil des Trainings.“

Du bist Pferdewissenschaftlerin und Osteopathin. Warum ist dir diese Kombination so wichtig?

„Die Kombination zwischen Pferdewissenschaftlerin und Osteopathin ist mir wichtig, weil jeder von uns manchmal Schmerzen hat und dann können wir zum Beispiel unsere sportlichen Aktivitäten nicht mehr ausüben oder wegen Rückenschmerzen nicht im Büro sitzen. Wenn ich von einem Pferd eine Leistung möchte, dann muss es dem Pferd einfach gut gehen. Bei körperlichen Schmerzen kann ein Pferd auch gefährlich sein, wenn es zum Beispiel buckelt oder steigt. Der Mensch wird verletzt und das Pferd versteht nicht, warum es dann noch geschlagen wird, obwohl es nur eine Schmerzäußerung zeigt. Daher war für mich diese Ausbildung unglaublich wichtig, um so einen ganzheitlichen Ansatz zu bekommen.“

Du bist auch Besamungswart für Pferde. Wie kam es dazu?

„Ich habe in Wien Pferdewissenschaften studiert und in diesem Zuge wurde uns das angeboten. Als Student möchte man alles lernen und dann habe ich mich in diesem Kurs angemeldet. Tatsächlich habe ich es dann gleich in meinem Auslandsjahr in Spanien anwenden können, weil ich auf einem großen Gestüt gearbeitet habe. Dort wurde natürlich auch gezüchtet und ich durfte dem angestellten Tierarzt dabei assistieren. Ich habe immer zwischen der Pferdeausbildung, der Arbeit in der Besamung oder der Pferdezucht gewechselt. Das war total spannend und interessant.“

Du bist mit 1,93 Meter sehr groß. Hat das Auswirkungen auf deine Arbeit?

„Durch meine seltene Körpergröße habe ich einen gewissen Vorteil gegenüber kleineren Menschen, weil ich für das Pferd viel präsenter bin. Sie nehmen das Ganze natürlich optisch wahr und da habe ich große Vorteile. Wenn ich mich groß mache und sage: ‚Hey, hier stehe ich‘, dann bremsen Pferde eher ab als wenn da ein kleinerer Mensch steht. Ganz praktisch sind auch noch meine langen Beine, weil ich natürlich schön um den Pferdebauch herum komme und das macht sich auch beim Reiten bemerkbar.“

Was war dein bisher schwierigster Fall?

„Ich hatte schon so einige schwierige Fälle. Ich werde nie vergessen als ich in Spanien auf einem Gestüt gearbeitet habe und ein Hengst viele Monate in der Box stand, weil kein Mensch mehr an ihn herankam. Niemand hat sich getraut, das Pferd herauszulassen, weil er dann überall wild herumlief und man ihn auch nicht mehr einfangen konnte. Ich habe dann stundenlang in dieser Box verbracht, um irgendwie ein Vertrauen herzustellen, sodass er sich nach und nach anfassen ließ. Zum Schluss konnten die Leute vom Gestüt, wieder mit ihm arbeiten und er wird jetzt sogar geritten. Ich habe da ein kleines Leben gerettet.“

Was war dein bisher erfolgreichster Fall?

„Ich bin zu meiner Trainingsmethode und diesem etwas anderen Ansatz durch mein eigenes Pferd gekommen. Ich habe damals im jugendlichen Leichtsinn ein Pferd von einer überforderten Besitzerin übernommen. Es war weder händelbar noch reitbar. Ich dachte mir: ‚Die kann das bloß nicht. Das kriegst du schon hin. Du hast das schon gesehen und darüber gelesen und du hast ja außerdem ein altes Pferd.‘ Das Resultat war ein gebrochenes Handgelenk, blaue Flecken und ein freilaufendes Pferd. Dann habe ich angefangen nachzudenken, wie ich das Pferd für mich gewinnen kann. Ich habe mich mit Methoden und Trainern beschäftigt. Dann habe ich sehr viel Zeit in die Annäherung zwischen dem Pferd und mir investiert, sodass es irgendwie händelbar wurde. Am Ende konnte ich es reiten und es hat alles für mich gemacht. Leider lebt das Pferd nicht mehr, weil es eine Knochenkrankheit bekam und ich ihn leider erlösen musste. Das war mein erfolgreichster Fall, weil bei diesem Pferd anfangs kaum noch etwas möglich war.“

Was wünschst du dir für deine Zeit bei den "Pferdeprofis"?

„Ich wünsche mir natürlich, dass ich ganz vielen Pferdebesitzern helfen kann. Durch die Sendung kann ich meine Tipps, Erfahrungen und Ideen ganz vielen Zuschauern mit an die Hand geben. Darauf freue ich mich sehr, weil ich immer wieder erlebe, wie dankbar die Menschen sind, wenn man sich ihren Problemen annimmt und es zwischen Mensch und Pferd wieder besser funktioniert.“

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