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Fashion Lexikon: Applikation

Rote herzförmige Applikation
Applikationen werden längst nicht mehr nur auf Kleidung aufgenäht, um unschöne Löcher zu verdecken. © Getty Images/iStockphoto, peterpankostas

Applikationen – stylishe Patches und Stickelemente

Applikationen sind dekorative Elemente, die auf Kleidung, Textilien und Accessoires aufgenäht oder aufgeklebt werden. Der Begriff kommt vom lateinischen „applicare“ und bedeutet so viel wie anfügen. Patches – im Deutschen auch als Aufnäher bekannt – sind eine weit verbreitete Form der modischen Applikation.

Applikationen: vom praktischen Flicken zu stylischen Verschönerungen

Ihre Wurzeln liegen allerdings eher im Pragmatischen. Bevor Mode industriell in großer Stückzahl hergestellt wurde, mussten einzelne Pieces häufig repariert und an besonders strapazierten Stellen instand gehalten werden. Applizierte Patches dienten daher nur als Flicken für schadhafte Partien eines Kleidungsstücks. Niemals wären diese sichtbaren Zeichen der Beschädigung als Fashion-Faktor durchgegangen! Klassisches Beispiel: bunte Knie-Patches an durchgescheuerten Kinderhosen.

Heute dienen Patch-Applikationen allerdings eher dem stylishen Look: Lederne Ellbogen-Patches verzieren zum Beispiel klassische Sakkos oder Strickjacken. Eine Sonderstellung nehmen sogenannte Logo-Patches ein: Neben ihrer dekorativen Funktion drücken sie häufig auch eine bestimmte Zugehörigkeit oder Zuneigung aus, zum Beispiel zu einer Band, einer Gruppierung oder einer politischen Vereinigung. Die obligatorischen Applikationen auf Bomberjacken haben wiederum einen militärischen Bezug: Sie verweisen auf das Geschwader, dem ihr Träger angehört – in ihrer modischen Variante allerdings nur auf ein fiktives.

Spitzenelemente als feine Applikationen

Eine andere Art der Applikation stellt das Aufsticken von Spitzen dar. Spitzenelemente dienen der Verzierung von besonders feinen, femininen Pieces wie Dessous oder edlen Kleidern. In der Mode sind sie bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt und beliebt. Da sie vor der Einführung der maschinellen Spitzenstickerei Anfang des 20. Jahrhunderts nur in zeitaufwendiger Handarbeit aufgetragen werden konnten, galten Spitzenapplikationen an der Kleidung lange als ein Zeichen von Wohlstand und Kultiviertheit. Da Spitze heute maschinell erstellt wird, ist sie in ihren unterschiedlichen Varianten inzwischen auch in der Alltags-Fashion angekommen. Andere Stickelemente wie beispielsweise längliche Bordüren zählen ebenfalls zu den Applikationen. Verbreitet sind sie zum Beispiel im verspielten Boho-Style, wo sie als Dekoelemente tolle Akzente setzen. Applikationen finden sich übrigens auch an stylishen Schuhen: Vom runden Aufnäher an der Innenseite der Chucks bis zur aufwendigen Verzierung von Mokassins prägen sie den ganz eigenen Style eines Fashion-Pieces und schaffen einzigartige Looks.

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