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Fashion Lexikon: Camouflage / Tarnmuster

Frau mit Camouflage-Jacke
Camouflage-Jacken kommen zwar - wie der Name sagt - in Tarnfarbe daher, sind aber ein modischer Hingucker. © picture alliance, Taskoparan Erol

Camouflage – stylishes Tarnmuster, das sich nicht versteckt

Als Camouflage wird ein grün-braunes Flecktarnmuster bezeichnet, das vor allem beim Militär zum Einsatz kommt. Die unregelmäßige Scheckung in Erd- und Pflanzentönen imitiert die natürliche Vegetation. Durch diesen schützenden Tarneffekt sind Einheiten im Kampfeinsatz schwerer von ihrer Umgebung zu unterscheiden. Daher rührt auch die Bezeichnung Camouflage: Das französische Wort bedeutet zu Deutsch nichts anderes als Tarnung oder Täuschung. Übrigens: Je nach Einsatzort variieren die verwendeten Farbtöne der Tarnmusterkleidung. In Wüstengebieten erweisen sich zum Beispiel statt der üblichen grünen Schattierungen eher gelblich-graue Töne als nützlich.

Der Camouflage-Look kommt ursprünglich aus Europa

Entwickelt wurde der Camouflage-Look im Jahr 1935 in Europa, weswegen es die tiefgrünen Farben des europäischen Waldes waren, die die Urform des Tarnmusters prägten. Da sich das clevere Design im Einsatz bewährte, verbreitete es sich rasch und wurde weltweit um etliche Varianten erweitert. Ganz neue Wege schlug der Camouflage-Look in den 1960er-Jahren ein: Anhänger der Friedensbewegung demonstrierten provokativ in Tarnmuster gekleidet gegen den Vietnamkrieg und machten den Militärlook so erstmals zum Fashion-Style. Ab den 1980er-Jahren griff dann die Punkszene den Look wieder auf: Parkas mit Tarnmuster galten als das It-Piece im Kampf gegen Spießertum und Establishment.

Tarnmuster sind heutzutage auch alltagstauglich

Einzug in die Streetwear jenseits politischer Subkulturen hielt das Camouflage-Outfit um die Jahrtausendwende. Nicht ohne Kritik, denn der Militärlook wurde trotz aller popkultureller Experimente mit Kriegsleid und Gewalt assoziiert. Fashion im Tarnmuster-Stil galt für manch einen als ethisch inkorrekt, wenngleich Designer betonten, dass sie mit Camouflage-Mode genau das Gegenteil erreichen wollten. Obwohl der Style heute wieder schwer im Trend liegt, haftet ihm dieser Konflikt auch weiterhin an.

Tarnmuster ziert inzwischen beinahe alle nur erdenklichen Fashion-Items vom Schuh bis zum Schal. Kombiniert wird die rustikale Optik gern mit femininen Kontrasten wie goldenen Ohrringen oder sexy Tops. Die eigentliche Funktion des Tarnmusters hat sich dabei komplett ins Gegenteil verkehrt. Stattdessen wirkt Camouflage als Fashion-Style trendy und fällt durch einen besonders lässigen Look auf.

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