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Fashion Lexikon: Tellerrock

Junges Mädchen tanzt im kurzen gelben Tellerrock und Turnschuhen durch die Stadt
Besonders in den 1950er-Jahren war der Tellerrock sehr angesagt, aber auch heute swingt er wieder über die Laufstege. © Getty Images/iStockphoto, grinvalds

Let it swing – der stylishe Tellerrock

Wann der Tellerrock erfunden wurde, ist nicht überliefert. Röcke allgemein gibt es aber schon sehr lange. So trugen die meisten Bauern im Mittelalter Röcke. Es waren allerdings mehr oder minder lange Hemden, die in der Taille zusammengeschnürt wurden. Der Tellerrock, im Englischen Circle Skirt oder Circular Skirt genannt, wird oft in einem Atemzug mit den 50er-Jahren genannt, ist meist tailliert und aus einem kreisförmigen Stück Stoff genäht. Der weite, wogende Tellerrock passte perfekt in die Zeit der Swinging Fifties.

So brachte Dior den Tellerrock groß raus

Den ersten mutigen Step zum Tellerrock machte wahrscheinlich Christian Dior. Im Frühjahr 1947 präsentierte der Couturier im Rahmen seiner Kollektion einen unvergleichlich glamourösen knielangen Rock mit schmaler Taille und üppigem glockenförmigem Schnitt, kombiniert mit eleganten Handschuhen und riesigen Hüten. Der Krieg war vorbei und man konnte wieder luxuriös verschwenderisch mit Stoffen umgehen. Dior schuf mit seinem „New Look“ ein völlig neues Frauenbild. Schmale Taille, figurbetontes Oberteil – die Rückkehr zur puren Weiblichkeit. Stilikonen wie Audrey Hepburn, Grace Kelly und Sophia Loren griffen den Trend sofort auf und lösten damit einen derart großen Hype aus, dass die Haute Couture in rasender Geschwindigkeit zum Streetstyle wurde. Das Straßenbild der 50er Jahre war geprägt von femininen, Rock-verliebten Fashionistas, deren Fashion bei jedem Schritt mit-swingten. Zusätzliche bewegte Effekte wurden nur noch durch das Tragen von Petticoats erreicht.

Auch auf den heutigen Catwalks kommt der Rock, neu interpretiert und topgestylt, regelmäßig wieder und wird einmal mehr zum trendigen Must-have. Top-Designer kreieren feminin-elegante Varianten in unzähligen Stoffen und Prints bis hin zum luxuriösen Tellerrock aus Leder. Warum? Ganz einfach: Der Tellerrock mit seinen hohen Bündchen und dem üppigen Faltenwurf kann etwas für fast jeden Body tun – vorausgesetzt, man verwendet das richtige Styling und greift zur richtigen Länge. Mini, knielang oder Maxilänge ist subjektiv, sollte aber grundsätzlich kritisch überprüft werden. Die einen lieben den Tellerrock, weil er kleine Rundungen an Hüfte und Oberschenkeln elegant kaschiert. Die anderen – mit weniger Volumen an Po und Hips – können sich weiblicher stylen dank Tellerrock.

Diese Schuhe passen zum Tellerrock

Ein wichtiger Stylingaspekt ist wie immer der richtige Schuh. Kitten Heels, Slingpumps und Peeptoes stretchen das Bein optisch. Einen Touch Avantgarde bringen Spangenschuhe und Mary Janes. Ballerinas funktionieren besser bei schlanken Beinen und/oder großen Frauen, Stiefel, Boots und Sneakers sind eher suboptimal. Schmale, taillenkurze Jacken oder leichte Blousons schaffen eine weibliche Silhouette. Körperbetonte Tops und Blusen – immer in den Bund gesteckt – geben dem Outfit den richtigen Kick. Weite Loose-Fit Oberteile sind ein No-Go zum Tellerrock. Ein angesagter Look ist die Kombi mit Crop Top. Insgesamt gilt: Less is more. Der Look sollte nicht überfrachtet werden, denn das üppige Volumen des Tellerrocks ist Keypiece und Statement genug.

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