2019 wieder im Programm

Goodbye Deutschland

Goodbye Deutschland: Clemens Maria Haas und seine Claudia haben geheiratet

Clemens Maria Haas und seine Claudia
Clemens Maria Haas und seine Claudia © Clemens Maria Haas vox.de, Clemens Maria Haas

Neues von Auswanderer Clemens Maria Haas

"Goodbye Deutschland" hat Auswanderer Clemens Maria Haas und seine Claudia im italienischen Lerici begleitet. Jetzt hat er uns einen Brief geschrieben, in dem er erzählt, wie es ihm seither ergangen ist. Die wohl schönste Nachricht: Clemens und Claudia haben geheiratet!

Traumhochzeit mit Meerblick

Nachdem das Kamerateam von Goodbye Deutschland weg war, kehrte für uns der Alltag ein. Genauer, der nicht alltägliche Alltag des Überlebenskampfes als Auswanderer und Abenteurer in dem doch ganz anderen Land ITALIEN. Auch, wenn es mittlerweile zu Europa gehört, ist Italien eine völlig andere Welt. Nicht nur das Klima, auch die Menschen und der ganze Lebensstil in einem Land, das gerade in einer Krise steckt, sind eine neue Erfahrung und etwas, das wir erst lernen müssen.

In den letzten Monaten hat sich viel getan, aber nach wie vor kämpfen wir darum, uns hier unsere Existenz zu festigen. Es ist schwer. Manchmal gehen wir 2 Schritte vor, dann wieder 1,5 zurück. Wir sind aber optimistisch und geben nicht auf. Und nicht einen Tag haben wir bisher bereut, nach Lerici gekommen zu sein. Im Gegenteil: Das Auswandern, die Sorgen und all die Erlebnisse haben uns zu einem wichtigen Schritt gebracht. Wir haben geheiratet. Hier im magischen, paradiesischen Lerici mit unseren Italienischen Freunden und unseren deutschen Familien, die extra angereist sind. Es war ein richtig schönes, emotionales Fest. Auch wenn wir nicht viel Geld hatten, haben wir es mit Kreativität und riesiger Hilfe von allen Seiten geschafft eine kleine Traumhochzeit zu erleben und ein unvergessliches Fest zu geben. Mit Paella, Papptellern und perfektem Meeresblick.

Clemens arbeitet an einem "Grusical"

Der kleine Seefahrerort Lerici am Golf der Poeten ist Teil unseres Lebens geworden. Beruflich bleibt für mich die Musik die Nummer 1 in meinem Leben. Für Claudia der Filmbereich, die Werbung und das Schreiben. Ich baue nun auch den Bereich Filmmusik aus und komponiere sehr viel. Die Zeit auf den Felsen in Portovenere, in der ich unter knallheißer Sonne für Touristen gespielt habe, hat mich ausgelaugt und dennoch härter gemacht und ich musste diesen Bereich einschränken. Es wurde Zeit, wieder da anzusetzen, wo ich in Deutschland aufgehört hatte: Als Sänger, Komponist und Produzent. Klar, das ist nicht einfach vom Ausland aus, aber es geht nicht anders. Ich muss das hier von Null aufbauen. Mir ist klar, dass ich als Musiker auf den Straßen nicht lange überleben kann und dass das auch irgendwie ein „Aussteigen“ wäre. Wir aber sind Auswanderer und keine Aussteiger.

Wir wollen uns etwas aufbauen. Wir schauen nach vorn. Und wir halten Augen und Ohren auf. Der Ort bestimmt mittlerweile so sehr unser Leben, dass wir bereits in neuen Projekten stecken, die viel von unserer neuen Heimat inspiriert sind. Als das Drehteam von Goodbye Deutschland hier war, habe ich gerade an der italienischen Version eines Liedes über Frankenstein gearbeitet. Die Schriftstellerin, die das Buch geschrieben hat, hat ja vor 200 Jahren auch hier gelebt. Damals wurde der Ort noch häufig von Piraten heimgesucht, Hier ist viel Geschichte, es gibt Legenden von altern Göttern, Schätzen und Tempelrittern, Unheimliches, Mystisches! Das Haus, in dem wir leben, ist über 100 Jahre alt. Es war das Haus des Bischofs. Nachts hört man Geräusche und Schritte. Die Leute hier sagen, dass es in der Villa und auch in dem Pförtnerhäuschen unten am Meer, spukt. Das kann man fast glauben, wenn es hier mal gewittert und stürmt. Dann schlagen die Blitze zwischen den beiden Burgen links und rechts von uns ein, die Wellen werden bis zu 6 Meter hoch und der Sturm heult durch die Ritzen, wie weinende und klagende Geister. Wir haben erstmal die alten Geschichten zusammengesucht und finden täglich neue. Claudia recherchiert und schreibt darüber und ich arbeite nun an einem Grusical, einer richtigen Oper. Die Einwohner hier sagen schon, wir seien die Gespensterexperten aus der alten Bischofsvilla.

Also das ist unser Gruß an Deutschland: Wir werden jetzt so richtige Geisterjäger :-)

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