Die Höhle der Löwen

"Höhle der Löwen"-Produkt ausprobiert

Keego-Trinkflasche im Test: Nie wieder Plastik-Beigeschmack?

Keego-Trinkflasche im Alltags-Test
Geliefert wird die Keego-Trinkflasche in einer stabilen Box. Am oberen Rand der Flasche ist die Titan-Beschichtung zu sehen © RTL/Priggemeier

Von Sebastian Priggemeier

Quetschen, trinken und über das fade Plastik-Aroma des Drinks ärgern – so läuft es bei normalen Trinkflaschen aus Kunststoff. Vor allem im Sommer, wenn es draußen warm ist. Mit der Keego-Bottle soll das Problem Vergangenheit sein, das versprechen zumindest die Erfinder der Flasche. Lukas Angst und Bernd Deussen haben eine Trinkflasche entwickelt, die von innen mit Titan beschichtet ist. Der Clou: Die Keego-Trinkflasche ist trotz Metall-Innenleben quetschbar, leicht – und Plastikgeschmack hat angeblich keine Chance. Klingt interessant, aber wie gut ist der Titan-Trick wirklich? Wir haben die Keego-Trinkflasche im Alltag getestet.

Mehrere Jahre Entwicklungsarbeit stecken in der Keego-Trinkflasche


  • Trinkflaschen aus Edelstahl sind schwer und geschmacksneutral,
  • Kunststoff-Flaschen sind leicht, aber sie geben Plastikgeschmack ans Wasser ab.

Die Keego-Gründer haben sich zum Ziel gesetzt, die Vorteile beider Flaschenarten in einem Produkt zu kombinieren – mit Erfolg, denn die Keego-Trinkflasche ist inzwischen in der vierten Version auf dem Markt, aber ob es zu einem Deal in der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ reicht?

Mehr als drei Jahre Entwicklungsarbeit sind in das Produkt geflossen, was sich allerdings auch im Preis widerspiegelt: Zwischen 40 und 45 Euro kostet die 750-Milliliter-Flasche im Internet. Normale Trinkflaschen aus Plastik sind schon ab 10 bis 15 Euro zu haben. Aber die haben auch keine Design- und Innovationspreise abgeräumt, die schicke Keego-Flasche schon.

Vorteile der Keego im Überblick:
✅ leichte Reinigung durch Anti-Haft-Eigenschaft des Titans
✅ Beschichtung soll das Getränk vor Plastik, BPA, Weichmachern und Phthalaten schützen
✅ Gewicht: knapp 90 Gramm
✅ in 5 Farbvarianten verfügbar

Keego-Unboxing: Der erste Eindruck

Lieferumfang der Keego-Trinkflasche
Zum Lieferumfang der Keego-Trinkflasche gehört auch ein abnehmbares Mundstück aus Silikon plus Kappe, damit unterwegs nichts ausläuft © RTL/Priggemeier

Auf Produktbildern wirkt die Flasche stylisch – und beim Unboxing zeigt sich, dass die Optik in der Realität genauso schick ist. Puristisches Design, matte Oberfläche. Ein Hingucker. Die Keego ist quasi das iPhone unter den Trinkflaschen.

Die Form der Flasche ist voll auf die Funktion ausgerichtet. Ein absolutes Leichtgewicht, das mit 86 Gramm weniger wiegt als eine Tafel Schokolade (wiegt meist 100 Gramm). Im oberen Drittel sorgen Rillen für besseren Grip, was beim Radfahren oder mit schwitzigen Händen im Fitnessstudio praktisch ist.

Auch die Verpackung ist puristisch gestaltet: Ein schmaler Karton mit Keego-Aufdruck und Papp-Inlay für die Flasche. Plastik wird nur dort eingesetzt, wo es auch wirklich nötig ist, beispielsweise aus Hygienegründen. Daumen hoch dafür. Im Karton finden sich Pflege- und Reinigungshinweise für die Flasche.

Die Reinigung scheint simpel zu sein: Wasser einfüllen, schütteln, ausleeren – neu befüllen. Die innere Beschichtung aus Titan soll Anti-Haft-Eigenschaften haben, so dass Rückstände und Schimmel selbst ohne den Einsatz scharfer Reinigungsmittel keine Chance haben.

Die Keego-Trinkflasche im Alltags-Test

Keego-Trinkflasche
Die Keego-Trinkflasche hat eine Metall-Beschichtung, dennoch ist sie quetschbar und leicht. © RTL/Priggemeier

Ja, sie sieht stylisch aus. Und ja, die Flasche ist leicht. Aber hält sie, was die Hersteller versprechen? Schmeckt das Wasser aus der Flasche wirklich nach reinem Wasser? Trotz Hitze?

Wir haben den Test gemacht – bei gefühlten 30 Grad in einem Kölner Outdoor-Fitnesspark.
Der Testablauf: Liegestütze, Kniebeugen, Klimmzüge und zwischendurch immer mal wieder ein erfrischender Schluck aus der Buddel.

Den typischen Plastikflaschen-Geschmack kennt wohl jeder. Künstlich. Leicht abgestanden. Irgendwie muffig. Bei der Keego-Trinkflasche tritt dieser Ekel-Effekt nicht auf. Nicht einmal nach 30 Minuten auf dem sonnigen Sportplatz. Allerdings wird das Wasser mit der Zeit warm. Und auch das trübt den Geschmack. Hätte man nicht direkt eine Beschichtung mit isolierender Wirkung verwenden können?

Was bleibt, ist das gute Gefühl, kein Mikroplastik oder andere schädliche Stoffe mit dem lauwarmen Wasser geschluckt zu haben. So lautet zumindest das große Versprechen der Keego-Hersteller. Ob die Titan-Beschichtung tatsächlich undurchlässig für BPA und Phthalate ist, konnten wir ohne Labor nicht prüfen. Im Alltags-Test ging es nur um das Handling der Flasche und den Geschmack des Wassers.

Unser Fazit zur Keego-Trinkflasche

Die Keego-Trinkflasche ist quetschbar
Quetschtest bestanden: Die Keego lässt sich (trotz Metallbeschichtung) wie eine normale Trinkflasche aus Plastik squeezen © RTL/Priggemeier

Für wen ist die Titan-Trinkflasche zu empfehlen?
Wer mehrmals pro Woche Cardiotraining auf dem Fahrrad oder im Fitnessstudio macht und Wert auf reinen Getränke-Geschmack legt, kommt mit der Keego-Trinkflasche auf seine Kosten. Als Buddel für den Pendler-Rucksack oder die Schultasche ist sie nicht ideal, weil die Verschlusskappe doch recht locker sitzt.

Letztendlich liegt die Keego in der Hand wie eine herkömmliche Fitness-Trinkflasche aus Plastik – was gut ist, denn dieser Kunststoff-Klassiker ist unschlagbar leicht und quasi unkaputtbar. Ja, das Wasser schmeckt aus klassischen Trinkflaschen schnell schal und künstlich. Ein Eindruck, der zum Teil aber sicher dadurch verstärkt wird, dass die Flüssigkeit warm wird. Und genau das passiert auch bei Getränken in der Keego-Flasche.

Wünschenswert wäre, wenn die Keego-Trinkflasche auch isolierende Eigenschaften hätte – damit kaltes Wasser auch wirklich kalt bleibt, selbst bei längeren Touren oder Trainingseinheiten. Aber das ist sicherlich eine Herausforderung für Materialforscher und damit ein Fall für die nächste Entwicklungsrunde der Keego-Gründer.

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