Demnächst wieder im Programm

Die Höhle der Löwen: Calligraphy Cut - Der Scharfsinn des Friseurs

Frank Brormann im Friseursalon. Das Bild ist nur zur einmaligen Verwendung freigegeben.
Frank Brormann erhielt in der „Höhle“ doppelt so viel Geld wie erhofft. Dank des Talents von Friseuren: im richtigen Moment das Richtige zu sagen. © Marcel Maffei

Frank Brormann erhielt in der „Höhle“ doppelt so viel Geld wie erhofft. Dank des Talents von Friseuren: im richtigen Moment das Richtige zu sagen. Was kann man sich von ihm abgucken?

Besonders bemerkenswert an Frank Brormanns großem Moment ist, dass er ihn fast verpasst. Er steht da und plaudert unbekümmert, während alle anderen an ihm vorbei die Treppe hinauf in den Kinosaal strömen. Da wird die erste Folge der fünften Staffel gezeigt. Anderthalb Stunden läuft sie schon, zwischendurch ist man für Drinks an die Bar gewechselt. Doch gleich wird er, Brormann, der Friseurmeister, auf der Leinwand sein.

Zu dem Abend haben seine Investoren Judith Williams und Frank Thelen ins Münchener Fünfsternehotel Bayerischer Hof geladen. Auf dem Weg ins Kino linsen die Gäste zu Brormann rüber: Der wird ja wohl mitgucken? Aber der 53-Jährige mit der auffälligen Brille steht noch immer am Stehtisch und quatscht, als wäre das jetzt das Allerwichtigste. Jemand muss rübergehen und ihn sanft drängen, damit er sich losreißt. „Ich muss jetzt, ich muss!“, ruft er entschuldigend. Dabei war es nur Smalltalk.

Kommunikation, das ist Brormanns Ding, ja, eine Schlüsselqualifikation: Wie ein Barkeeper muss ein Friseur mit jedem reden können, der vor ihm sitzt. Davon profitiert er auch als Gründer: Sein Calligraph, ein neuartiges Frisiergerät mit auswechselbarer Klinge, hat er in der „Höhle“ derart gut verkauft, dass ein regelrechter Bieterwettstreit ausbrach. 1 Mio. Euro trug ihm das ein – doppelt so viel wie gefordert. Was kann man also von ihm und seinem Auftritt lernen?


Trau dich

Dass Friseur „der geilste Beruf der Welt“ ist, hatte Brormann damals nach drei Tagen Ausbildung verstanden. Die Intimität, wenn man Haar berührt. Die beglückten Kunden, wenn das Ergebnis überzeugt. „Ich wollte der Beste sein“, sagt er. Mit diesem Anspruch ging er 1988 nach London. Eines Tages bummelte er die Camden High Street entlang, als sein Blick auf ein Schild fiel: Pierre Alexandre International. Dort arbeitete Patrick Cameron, der „erfolgreichste lebende Friseur“. Brormann betrat den Salon. Resultat? Er bekam einen Job, obwohl keiner ausgeschrieben war.

Frank Brormanns ganze Geschichte und was man sich von ihm abschauen kann, könnt ihr in der neuen Ausgabe unseres Magazins nachlesen.