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Zwischen Tüll und Tränen

Ilse DeLange

Zwischen Tüll und Tränen: Ilse DeLange mit dem Song „Changes“ - ein Musiktipp für jede Bride-To-Be

Ilse DeLange mit dem Song „Changes“: Ein Musiktipp für jede Bride-To-Be
Ilse DeLange mit dem Song „Changes“: Ein Musiktipp für jede Bride-To-Be © VOX, Paul Bellaart

Ilse DeLange: schon in jüngsten Jahren ein Star

In ihrer Heimat ist Ilse DeLange ein Star. Seit 1998 veröffentlicht die Musikerin Alben, die in den Niederlanden durchgängig mit Gold und Platin ausgezeichnet wurden, und landete mit „The Common Linnets“ 2014 auf dem 2. Platz beim Eurovision Song Contest, um im Jahr darauf mit einem ECHO geehrt zu werden. Ihren ersten Plattenvertrag unterschrieb Ilse DeLange mit 18 Jahren in Nashville, weil man ihrer Musik zuhause zunächst keine großen Erfolgschancen eingeräumt hatte.

Zwischen Contry und Pop konnte sich Ilse DeLange nie entscheiden

Ilse DeLange, deren DNA unauslöschlich aus Country und Americana besteht und begeisterte Ausflü̈ge in die Popmusik macht, ist extrem sympathisch. Bodenständig, witzig und offen erzählt sie aus ihrer erstaunlichen Karriere zwischen Holland und den USA, in der Legenden wie T Bone Burnett und Barry Beckett ebenso eine Rolle spielen wie Peter Maffay oder die amerikanische TV-Serie »Nashville«. »In Country verliebt habe ich mich schon früh. Bei uns zuhause in Twente, nahe der deutschen Grenze, lief oft die Radiosendung ›Country Time‹ und als Familie sind wir regelmäßig auf das dazugehörige Festival gefahren. Gleichzeitig mochte ich auch Pop und die Kassetten in meinem Walkman hatten meist zwei unterschiedliche Seiten: eine mit gängigen Top-40-Songs und eine mit Country von Dolly Parton oder Emmylou Harris. Je nachdem wer mich in der Schule fragte, was drauf ist, bekam dann die eine oder die andere Seite zu hören«, lacht Ilse. Als Teenager folgen Unmengen an Auftritten mit verschiedenen Bands und eines Tages ist sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Ein Manager von Warner Holland hört sie und will sie unter Vertrag nehmen. Die Sache scheitert, weil sein CEO keinen Markt für ihre Musik sieht. Von ihrem Talent überzeugt, spricht der Manager daraufhin mit einem Kollegen in Nashville, der bereits von Ilse gehört hat und sie als Hoffnung für Country in Europa ins Genre-Mekka einfliegt. Obwohl völlig unvorbereitet ins Profidasein katapultiert, überzeugt Ilse die Amerikaner mit akzentfreiem Gesang und faszinierender Natürlichkeit, bekommt den Vertrag und nimmt ihr Debütalbum »World of Hurt« mit Barry Becket (u. a. Aretha Franklin, Bob Dylan) auf.

Ilse DeLange: 2020 bei "Sing meinen Song - das Tauschkonzert" mit dabei

Quasi als Übung für die junge Künstlerin beschließt das Label spontan und ohne große Erwartungen, das Album noch vor dem US-Release in den Niederlanden zu veröffentlichen. Es erreicht Nummer 1 der Charts, hält sich 2,5 Jahre in den Top 100 und verkauft 100.000 Einheiten. Der Erfolg, der über Nacht kam, sollte Ilse DeLange nicht mehr verlassen: Bis 2019 veröffentlicht sie neun Alben, die zumeist Mehrfachplatin melden, moderiert im Fernsehen, veranstaltet ein eigenes Festival namens »Tuckerville«, fördert Newcomer auf ihrem Label und ist seit 2013 Coach beim TV-Erfolgsformat »The Voice of Holland«. 2014 erreicht Ilse mit »The Common Linnets« und dem ESC-Song »Calm After the Storm« die höchste Platzierung für Holland seit 1975, geht damit anschließend in 14 Ländern auf Nummer 1, tourt durch die ganze Welt und ist in der Grimme-dekorierten VOX-Reihe »Sing meinen Song – das Tauschkonzert« 2020 an der Seite von LEA, Max Giesinger, Michael Patrick Kelly, Nico Santos, Jan Plewka und Motrip zu sehen. „Als die Teilnahme bestätigt wurde, habe ich innerhalb von drei Wochen das komplette Album „Changes“ geschrieben. – Und dann kam Covid19 ...“

Die meisten Songs des neuen Albums sind bereits im Januar entstanden, aber der Aufnahmeprozess begann erst nach ihrer Rückkehr aus Südafrika. „Wir waren uns aus den Songwriting-Sessions zwar noch sehr nahe, aber plötzlich waren alle in ihren Homestudios im Lockdown und wir mussten uns Files schicken und viel telefonieren. Ich bin dankbar, dass es diese Möglichkeiten heute gibt, aber es war schon ziemlich ungewohnt. Andererseits sind so auch Ideen und Songs entstanden, die wir sonst vielleicht nie umgesetzt hätten. Während einer Produktion noch etwas mehr Loslassen zu müssen, ist eine spannende Erfahrung. Mein guter Freund, Songwriter und Produzent Daniel Flamm, hat aber auch intuitiv die richtigen Menschen zusammengebracht und „Changes“ ist auch wegen dieses Teams und der außergewöhnlichen Umstände für mich ein ganz besonderes Album geworden.“

Hinter "Changes" steckt eine besondere Geschichte

„In „Changes“ geht es um das Ringen mit neuen Situationen und darum, wie viel Positives daraus entstehen kann: We gotta make changes, even if they change us – und auch der frische Sound des Songs untermalt das.“ Ebenso organisch fusioniert „Way back home“ die bekannten Stärken von Ilse DeLange – zutiefst authentisches Songwriting mit der schlichten Bodenhaftung des Country – mit modernen Dance- Einflüssen. „Für mich hat sich hier eine neue Tür geöffnet. Als ich den Song zum ersten Mal fertig gehört habe, also das Banjo und die Steelguitar mit diesen Beats, habe ich spontan im Wohnzimmer getanzt! Ich bin so glücklich, dass dieser Sound jetzt auch zu mir geö̈rt.“ Flamm ist außerdem auch für „Wrong direction“, das bewegende Duett mit ESC-Kollege Michael Schulte, verantwortlich, das in einer Sternstunde an nur einem Tag in Hamburg live mit beiden Künstlern aufgenommen wurde.

Typisch Ilse deckt „Changes“ virtuos das gesamte menschliche Geü̈hlsspektrum ab: „Homesic“ ist eine innige Piano-Ballade, in der aufrichtige Vocals und bewegende Lyrics sich zu einer tö̈stenden Umarmung vereinen. „Mein Bruder hatte mir überraschend geschrieben, dass er sich an unsere Kindheit erinnert hat und mich vermisst. Das war das erste Mal, dass ich so was in dieser Form von ihm gehört hatte, und es hat mich sehr gebührt. Ich lebe mittlerweile auf der anderen Seite von Holland und wir sehen uns leider viel zu selten. Neben der Traurigkeit war da aber auch ein schönes Gefühl, das ich versuche, in diesem Song zu transportieren. Es geht darum, was Heimat und unsere Wurzeln bedeuten, gerade in diesen schwierigen Zeiten.“ Ilse ist es immer ein Anliegen, mit ihrer Musik Hoffnung zu verbreiten und das gelingt ihr mühelos mit Songs wie dem beruhigend wiegenden „Deep sea“, das Genre-Neulingen beweist, wie unmittelbar Country-Vibes an unserer Seele liegen.

Wer davon mehr will, bekommt auf „Changes“ eine liebevoll austarierte Miniatur-Werkschau von Ilse DeLange, denn die letzten vier Songs des Albums reichen vom Nummer 1-Hit “Miracles“ aus 2008 bis zur 2019er Single „Where dreams go to die“, produziert von T Bone Burnett. Mit unwiderstehlicher Energie verbindet „Changes“ Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Ilse DeLange, die bei aller musikalischen Abenteuerlust unterstreicht: „Ich gehe sehr gerne Risiken ein und liebe es, wenn das Ergebnis dabei offen ist – wie bei meinen leidenschaftlichen Ausflügen in den Pop. Aber ich werde am Ende immer ein Country-Girl bleiben, denn die einfachen Geschichten von Country und Americana, bei denen das Herz direkt an der Oberfläche schlägt, ist für mich die Musik, mit der ich alt werden will. Ich glaube daran, dass wir alle irgendwann bei den tiefen Gefühlen wahrhaftiger Songs ankommen.“

Ilse DeLanges neues Album samt Nummer 1-Hit „Changes“ findet ihr hier!

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