: Goodbye Deutschland: Einsam in Schweden - ob das die richtige Entscheidung war?

Eva und Thomas Schimke haben 2006 vom Leben in Deutschland genug. Thomas ist Facharzt für Innere Medizin und wünscht sich mehr Geld, mehr Zeit und ein eigenes Haus. Von Soest geht es deshalb über 2.000 Kilometer Richtung Norden bis hinter den Polarkreis. Eine Herausforderung in Sachen Einsamkeit, wie das Ehepaar 20 Jahre danach zugibt. 

Ehepaar Schimke zieht Bilanz

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Pajala liegt an der schwedisch-finnischen Grenze etwa 100 Kilometer nördlich des Polarkreises. Dass es da noch einsamer als in Soest ist, gibt das Paar zu. Ihr Haus haben die Schimkes vor der Auswanderung nicht mal in seiner ganzen Pracht gesehen und trotzdem für 55.000 Euro gekauft. Aber als Arzt war Thomas von Anfang an gefragt in dem kleinen Ort und das hat den Start natürlich erheblich erleichtert. Auch Eva hoffte auf einen beruflichen Neustart als Röntgenassistentin. 

Heute hat Thomas eine eigene Praxis und Eva arbeitet halbtags als Lehrerin und Medizinisch-Technische Assistentin. Nebenbei vermietet das Ehepaar Zimmer in ihrem Heimatort. Die stressfreie Lebensweise der Schweden sagt dem Ehepaar einfach zu.

Die Lage in Schweden ist nicht jedermanns Sache

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Es gibt aber auch Schattenseiten: Im Dezember und Januar gibt es kein Licht in Pajala und dazu Temperaturen bis -40 °C. Dafür ist es im Sommer auch nachts hell und die Mücken quälen die Einwohner. Dazu sind die Entfernungen in der Region gewaltig, was besonders für die zwei Kinder irgendwann eine große Belastung wird. Dennoch überwiegt die Abenteuerlust. Zunächst jedenfalls, denn Tochter Leonie hält vom Leben am Polarkreis langfristig nicht so viel.